Reutlinger General-Anzeiger
Hangbefestigung
Anna und ihr Mann wollten eine stabile Hangbesfestigung für ihren Garten. Sie haben sich für L-Steine aus Beton entschieden. Foto: all

#AnkeUnterwegs

Hangbefestigung mit der Königsdisziplin

Was mal ein schöner Rasen werden soll, ist noch ganz schön erdig. Anna und ihr Mann mussten zuerst den Hang befestigen.

Letztes Jahr haben Anna und ihr Mann ihr Einfamilienhaus auf der Schwäbischen Alb gebaut. Jetzt ist der Garten dran. Genau wie beim Mauern Ziehen, Boden Legen und Fenster Einbauen machen die beiden wieder viel selbst. Das, was mal ein schöner Rasen werden soll, ist noch ganz schön erdig. Gras wächst nur da, wo bisher nichts vom Bagger ausgehoben wurde.

L-Steine sorgen für Halt

Auch heute wird wieder ein Bagger benötigt. Aber diesmal nicht zum Graben, sondern zum Teile Transportieren für Annas und Pauls neustes Projekt: eine solide Hangbefestigung. Ein kantiges Betongebilde hängt schon in der Luft, gehalten von einer am Bagger befestigten Kette. „Das ist ein L-Stein“, erklärt mir Anna. Tatsächlich befindet sich am unteren Ende des Bausteins eine nach hinten ragende Bodenplatte – wie der Fuß eines L‘s. „Das untere Stück ist dazu da, das Element fest im Boden zu fixieren“, erläutert  Anna. Wenn es erstmal richtig sitzt, wird auf den Fuß Schicht für Schicht Boden aufgetragen und verdichtet. Durch das Gewicht des Bodens, das auf dem Fuß lastet, trägt sich das Element selbst.

Hangbefestigung
L-Steine-Setzen ist etwas für Profis. Man muss sie mit dem Bagger exakt einsetzen. Foto: all

Hangbefestigung – nichts für Ungeübte

Betonstück aufstellen, Erde auffüllen – das hört sich eigentlich ganz einfach an. Aber den Zahn zieht mir Paul, Annas Mann, schnell: „Nein, nein, L-Steine, beziehungsweise Winkelsteine, setzen ist die Königsdisziplin im Gartenbau“, sagt der gelernte Landschaftsgärtner. „Und“, fügt er hinzu, „das ist nix für Laien. Von so einer Arbeit sollten ungeübte Leute  lieber die Finger lassen“.  Zu schnell würden die teilweise tonnenschweren Bauteile verrutschen oder ungerade auf dem Fundament aufgesetzt werden. Das kann im schlimmsten Fall gefährlich für die Hobby-Gartenbauer werden. Zudem geht es ja auch um die Optik der Mauer: Nicht schön, wenn sie nicht in einer Linie ist.

Präzisionsarbeit mit dem Bagger

Damit die Betonteile exakt im richtigen Winkel sitzen, haben Paul und seine zwei Kumpels das Fundament sorgfältig vorbereitet und eine Schnur für das korrekte Ausrichten gespannt.  Sie haben Schotter eingebaut und mit einem Vibrationsstampfer verdichtet um anschließend die Winkelstützen in ein Betonbett zu setzen. Langsam lässt der Bagger das Bauteil auf dem Beton ab. Paul misst mit der Wasserwaage und schüttelt den Kopf: „Nee, so passt das nicht!“ Also nochmal hoch, Beton drunter und einebnen und dann sollte es passen.“ Die Prozedur dauert gut 15 Minuten. Das geht nur deshalb so schnell, weil hier ne Menge Erfahrung am Werk ist. Am Abend hat das Team die gesamte Längsseite des Gartens befestigt. Gut 20 laufende Meter Mauer stehen.

Bis der Garten mal so richtig schön wird, liegt noch viel Arbeit vor Anna und ihrem Mann. Foto: all

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Bis der Garten mal so richtig schön wird, liegt noch viel Arbeit vor Anna und ihrem Mann. Foto: all

Platz sparen bei der Hangbefestigung

Ab jetzt kann die Erde aus Annas und Peters Garten nicht mehr zum Nachbargrundstück abrutschen. Neben den L-Steinen hätten sie dafür auch eine Natursteinmauer aus Findlingen oder Hohlblocksteine verwenden können. „Aber“, sagt Anna, „wir haben uns für eine Begrenzung aus Winkelsteinen entschieden, weil sie sehr langlebig und sicher ist. Außerdem verbraucht diese Variante wenig Platz, so dass wir unser Grundstück bis zur Grenze nutzen können“.

Noch steht das Zitronenbäumchen auf der Baustelle. Aber der Platz für die spätere Terrasse ist längst geplant. Auf zum nächsten Projekt! Foto: all

Schon bereit für’s nächste Projekt

Sie freut sich darauf, wenn sie endlich Gras säen und ihr Hochbeet einweihen kann. Im Moment wachsen Petersilie und Rosmarin noch in Blumentöpfen an der Hauswand. Und das Zitronenbäumchen steht auf einer improvisierten Baustellenterrasse. Hier gibt es auch Gartenmöbel, damit die Helfer zwischendrin mal Pause machen können. Die echte Terrasse soll das nächste Projekt werden,  noch bevor die ersten Grassamen in die Erde kommen. Und vielleicht wird sie mal einer von Pauls Lieblingsplätzen: „Mit Freunden draußen sitzen, ein Bier trinken, grillen mit Blick auf den Garten  – ja, so kann ich mir das gut vorstellen!“

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