Reutlinger General-Anzeiger
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Das Trafohäuschen in der Tübinger Rappstraße: Wo früher mächtig Stromspannung herrschte, kann man jetzt gechillt wohnen. Foto: all

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Versteckte Reserven nutzen

Lust auf ein eigenes Zuhause? In Zeiten eines leergefegten Immo-Marktes kein leichtes Projekt. Aber es gibt Alternativen zum megateuren EFH in der Stadt.

Jetzt ein eigenes Zuhause bauen? Die Realisierungschancen für private Bauprojekte haben in der Vergangenheit schon besser gestanden! Bezahlbare Immobilien sind allenfalls auf dem Land zu finden – und auch hier wird das Angebot dünner. Genauso sieht es bei Grundstücken aus. Und die, die Du kaufen könntest, kannst Du fast nicht bezahlen. Trotzdem träumst Du von einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus? Dann lies Ankes Infos über innovative Konzepte in der Region Neckar-Alb! Darunter das Umnutzen eines Industriebaus, das Aufstocken von Gebäuden und das Wohnen im Microhaus. Heute geht es in Ankes Serie um die erstaunliche Verwandlung eines alten Trafo-Häuschens!

Transformiertes Trafohäuschen

Strahlend gelb leuchtet die Fassade des ehemaligen Stromturms in der Tübinger Rappstraße. Das Häuschen, in dem früher ein Transformator lief, steht direkt an der Ammer. So kann man aus einem der Turmfenster bequem die Enten beobachten. Oder noch besser: Auf der Terrasse liegen und die laue Luft genießen, die vom Bach aufsteigt. Terrasse? Ja, richtig gelesen. Denn direkt am Turm befindet sich ein rund 18 Quadratmeter großer Anbau, der sogar etwas über die Ammer hinausragt.

Im Anbau befindet sich ein gemütliches Wohnzimmer. Das Dach des Raumes dient als Terrasse. Foto: all

Frühstücken in luftiger Höhe

Der Wohnturm selbst bietet zwar nur zehn Quadratmeter Grundfläche, dafür aber dreimal – verteilt auf drei Ebenen. Im Erdgeschoss befinden sich Bad und Heizungsraum. Der erste Stock wird als Flur und Zugang zur Terrasse genutzt, und im zweiten Stock sind Schlafzimmer und Balkon untergebracht. Auf dem kleinen Freisitz können die Bewohner ganz schön weit oben frühstücken!

Der Minibalkon schließt ans Schlazfzimmer an. Foto: all

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Der Minibalkon schließt ans Schlazfzimmer an. Foto: all

Technikgrau und Elektrogelb

Das eigentliche Highlight ist ein rund 18 Quadratmeter großer Anbau im Erdgeschoss. Er bietet Platz für eine geräumige Wohnküche. Und wenn man draußen essen mag, geht es einen Stock höher auf die Terrasse – mit Blick auf die unten vorbeifließende Ammer. Auch die Farben spielen charmant auf die frühere Nutzung an: Der Anbau ist in einem dunklen Technikgrau gehalten, während der Turm „elektrisierend“ gelb über die Ammer leuchtet.

Ausgedacht hat sich die Umnutzungsidee eine Tübinger Familie, die ihr gelbes Häuschen gern für Terrassenpartys nutzt oder Gäste einquartiert. Auch wenn die Familienmitglieder nicht ständig darin wohnen, würden sowohl Platz als auch Komfort für ein, bis zwei Leute völlig ausreichen.

Auch die Wohnküche wurde im Anbau untergebracht. Foto: all

Umnutzen statt Flächen versiegeln

Wusstest Du, dass detuschlandweit rund 2, 5 Millionen zusätzliche Wohnungen ohne Flächenversiegelung entstehen könnten? Das berichtet die „Deutschland-Studie 2019“ der TU Darmstadt, wo Brachflächen in Städten ermittelt wurden. Wo? Auf Supermarkt-Parkplätzen, in leerstehende Büro- und Verwaltungsgebäuden und Gewerbegebäuden. Sie alle kann man als Reservepool für die städtische Raumverdichtung nutzen.

Möchtest Du noch andere originelle Bauideen kennenlernen? Dann lies hier weiter!

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