Reutlinger General-Anzeiger
Förderung
Moderne Kamin- und Kachelöfen zählen als Biomasse-Heizquellen noch immer zu den klimaschonenden Heiztechniken. Foto: Ferenc Keresi / pixabay.com

Energie & Umwelt

Geld für die neue Heizung

Wärmepumpe, Hybridheizung, Solaranlage – in Sachen Klimaschutz kannst Du viel machen. Aber wie die Sanierung bezahlen? Lies die Infos vom FSHK-Verband.

Klimaschutz im Kopf und eine Ölheizung im Keller? Das passt nicht gut zusammen. Seit langem schon zielt die Klimaschutzpolitik von Bund und Ländern darauf ab, Ölheizkesseln den Hahn zuzudrehen. Dafür, dass Du für eine moderne, klimaschonende Heizung in die Tasche greifst, gibt es eine Reihe finanzielle Anreize vom Staat. Der Fachverband Sanitär-Heizung-Klima-Ba-Wü (fvshkbw) informiert Dich über alle Zuschussmöglichkeiten. Lies dazu weiter:

Direkt Geld oder Steuervorteile

Laut SHK-Verband haben Immobilieneigentümer zwei Möglichkeiten: Entweder sie wählen die Förderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Oder sie entscheiden sich für satte Steuervorteile. Letztere gibt es allerdings nur für ein Gebäude, das Du zu eigenen Wohnzwecken nutzt.

Thermische Solaranlagen sind auch förderfähig. Voraussetzung: Sie müssen zusätzlich zur Heizungssanierung angeschafft werden. Foto: Ulirke Leone / pixabay.com

Förderungen bis 45 Prozent

Die BAFA-Förderung ‘Heizen mit erneuerbaren Energien’ bietet Fördersätze für den Gebäudebestand und den Neubau zwischen 20 und 45 Prozent. Den staatlichen Zuschuss gibt es für alle im Sinne des Klimaschutzes anerkannten Heiztechniken, wenn Du mit ihnen eine Ölheizung ersetzt:

  • Biomasse – 45% Förderung
  • Wärmepumpe – 45% Förderung
  • EE-Hybrid – 45% Förderung
  • Gashybrid mit EE – 40% Förderung
  • Renewable Ready – Gashybrid – 20% Förderung

Wenn Du in eine thermische Solaranlage in Kombination zu Deiner neuen Heizung investierst, dann erhältst Du auf diese nochmal 30 Prozent extra. Einen weiteren Spar-Effekt erzielst Du, wenn Du einen Sanierungsfahrplan für Deine Immobilie erstellen lässt. Dieser beschert Dir plus fünf Prozent auf jede der oben genannten Maßnahmen.

Wer kann den Zuschuss beantragen?

Der FSHK informiert: Beantragen können diese Fördergelder Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften und freiberuflich Tätige. Die Antragsstellung muss vor Beginn der Maßnahme erfolgen und zwar online über die Internetseite des BAFA (www.bafa.de). Praktisch: Der Antragsteller kann per Vollmacht auch Dritte – beispielsweise seinen Handwerksbetrieb – mit der Antragsstellung beauftragen.

Nicht nur Förderung für Geräte

“Die Förderung erfolgt in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses auf Basis der förderfähigen Kosten. Zu den förderfähigen Kosten zählen neben den Geräten auch solche Ausgaben, die in Zusammenhang mit dem Einbau der neuen Heizung stehen,” fügt der Verband hinzu. Konkret heißt das: Demontage und Entsorgung der Altanlage, Austausch von Heizkörpern, Schornsteinsanierung sowie Planungskosten sind mit drin. Beim Einbau von Wärmepumpen zur Erdwärmenutzung zählt auch die Erstellung der Erdsondenanlage dazu.

Auch die Entsorgung der alten Heizgeräte wird finanziell unterstützt. Foto: Michael Gaida / pixabay.com

Kosten bis 50.000 sind förderfähig

Die förderfähigen Kosten sind auf 50.000 Euro brutto pro Wohneinheit bei Wohngebäuden und maximal 3,5 Millionen Euro brutto bei Nichtwohngebäuden begrenzt. Bestehende Gebäude müssen mindestens zwei Jahre alt sein und die eingebaute Anlage muss mindesten sieben Jahre betrieben werden.

Steuerliche Förderung

Alternativ zur direkten Bezuschussung, gibt es auch die Förderung über Steuervorteile. Investierst Du als Hausbesitzer in energetische Maßnahmen, dann kannst Du 20 Prozent der Sanierungskosten von der Einkommenssteuer absetzen. Diese Förderung gilt allerdings nur, wenn Du Dein Gebäude im jeweiligen Steuerjahr ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken nutzt. Außerdem muss das Gebäude bei der Durchführung der Maßnahme älter als zehn Jahre war. 

Im Unterschied zur BAFA-Förderung können auch der Einbau einer Brennstoffzellen-Heizung, der Einbau einer Mini-Kraftwärmekopplungsanlage (elektrische Leistung maximal 20 kW) sowie der Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz einschließlich der Wärmeübergabestation im Wohngebäude steuerlich gefördert werden.

Quelle: fvshkbw

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