Reutlinger General-Anzeiger
Infrarotheizung Farbig Zipris Colour Mood 1
Infrarotheizung als farbige Wandpaneele. Foto: © VASNER Infrarotheizungen

Energie & Umwelt

Strahlend warm

Die etwas andere Art zu heizen: Infrarotheizungen verbreiten angenehme Strahlungswärme. Beim Energieverbrauch solltest Du auf einiges achten.

Pellet?, Holz?, Gas? – Manchmal wird man beim Thema Heizen richtig konfus. Was ist die ökologischste Variante, was die günstigste? Mit welcher Technik habe ich den geringsten Aufwand? Eine ausgesprochen einfache Lösung bieten Infrarotheizungen. Sie brauchen keine Leitungen, sind schnell montiert und sorgen obendrein für eine sehr angenehme Wärme. Bei herkömmlichen Zentralheizungssystemen brauchst Du einen Wassertank, einen Heizkessel oder Energieumwandler und jede Menge Rohre. Bis diese verlegt sind, zahlst Du eine Menge Geld. Geld, das Du für eine Infrarotheizung nicht in die Hand nehmen müsstest.

Infrarotheizung: Ähnlich wie die Sonne

Fast wie beim Sonnenbad wird Dein Körper durch Strahlung aufgewärmt. Anders als bei den klassischen Heizmethoden, wirkt die Infrarotstrahlung nicht auf die Umgebungsluft, sondern auf die Wände und direkt auf Deinen Körper. Daher kannst Du Dich auch bei geringeren Raumtemperaturen schon wohlfühlen. Das spart im Grunde Energie. Viele Menschen empfinden Infrarotstrahlen auch als gesundheitsfördernd. Sie sollen Verspannungen lindern helfen und generell das körperliche Wohlbefinden steigern.
Infrarotheizelemente kannst Du als Wand-, Decken-  oder freistehende Geräte montieren. Sie sind sehr wartungsarm und gelten als langlebig. Was also spricht gegen die Technik?

Klug rechnen bei der Ökobilanz

An sich verbirgt sich die Problematik weniger in der Technik als in der Energiequelle, die Du brauchst. Denn Infrarotheizungen werden mit Strom betrieben. Und der wird heute immer noch zu großen Teilen aus Kohlekraftwerken oder Atomkraftwerken gewonnen. Und der wird heute immer noch zu großen Teilen aus Umweltschädlichen Kohlekraftwerken oder Atomkraftwerken gewonnen. Jedoch kannst Du gerade diesen Aspekt selbst beeinflussen: Achte bei der Wahl Deines Energieversorgers darauf, ob sein Strom aus konventionellen oder regenerativen Energien stammt und zusammengesetzt ist.

Neue Technik steigert die Effizienz

Ein großes Thema ist auch die Energieeffizienz. Infrarotheizungen haben den Ruf, Energieschleudern zu sein. Hier lohnt es sich aber, genauer hinzuschauen. So sind zum Beispiel Silberdrähte als Technik in der Tat ineffizient. Carbon und Silikon hingegen haben eine sehr gute Effizienz. Weshalb Produkte, die mit der neuen  Technik arbeiten, von der Kostenseite her als mit konventionellen Heizungsanlagen vergleichbar gelten. Voraussetzung ist ein mindestens mittel gut gedämmtes Haus.
Dein Energiebilanz verbessert sich weiter, wenn Du auf eine gute bis sehr gute Dämmung achtest .

Photovoltaik für die Infrarotheizung nutzen

Etwas besser sieht die Situation aus, wenn Du ein sehr gut gedämmtes Haus oder Wohnung hast. Damit brauchst Du per se wenig Heizenergie. Besser noch, Du produzierst Deinen Strom selbst. Eine leistungsstarke Photovoltaikanlage wäre die gängige Unterstützungstechnik. Da weißt Du, dass Dein Strom und damit auch Deine Heizung ökologisch einwandfrei sind. Allerdings solltest Du bedenken, dass Du Deine Heizung sicher gerade abends brauchst, wenn es kühler wird. Um die fehlende Solareinstrahlung zu kompensieren, solltest Du in dem Fall in einen Solarstromspeicher investieren. Dieser versorgt Dein System auch, wenn es dunkel ist.

Hier noch einmal das Pro und Contra auf einen Blick:

Pro

  • Geringe Installationskosten: Da Du keinen Heißwasserkreislauf wie bei klassischen Zentralheizungen brauchst, erübrigt sich das Verlegen von Leitungen.
  • Relativ geringe Heizkosten: Die Infrarotstrahlung erwärmt Deinen Körper, nicht die Raumluft. Damit kannst Du auf intensives Erwärmen Deiner Zimmer verzichten.
  • Gesundes Raumklima: Die Infrarotheizung durchwärmt auch Wände und Decken. Das heißt, dass hier relative Trockenheit herrscht. Damit wird ungesunder Schimmelbildung vorgegriffen.
  • Sparen bei der Anschaffung: Die Heizpaneelen kosten vergleichsweise wenig. Sie sind auf alle Fälle deutlich günstiger als die Elemente eines konventionellen Heizsystems.
  • Kombinierbar mit Erneuerbaren Energien: Wenn Du eine Photovoltaikanlage hast, kann diese Deine Heizung mit dem nötigen Strom versorgen.

Contra

  • Ökobilanz: Du verbrauchst weitaus mehr Strom, als wenn Du nur Deine Lampen und Deine herkömmlichen Elektrogeräte versorgen würdest. Leider wird Strom bislang immer noch zu  großen Teilen über Kohlekraftwerke erzeugt, was zu klimaschädlichen Kohlendioxid-Emissionen führt. Somit liegt es bei Dir zu entscheiden, woher Du den Strom für Deine Heizung beziehst.
  • Hohe Nebenkosten: Zugekaufter Strom ist recht teuer. Du riskierst eine hohe Nebenkostenrechnung, wenn Du den Bedarf für Deine Infrarotheizung allein über Deinen Energieversorger deckst.
  • Diese Nachteile könntest Du durch eine Photovoltaikanlage ausgleichen. Jedoch bleibt die Frage, was Du machst, wenn die Sonne nicht scheint oder die dunklere Jahreszeit beginnt. Hier hilft Dir ein Stromspeicher, der Deine Heizung auch dann versorgt, wenn Deine Anlage zu wenig Energie erzeugt.
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