Reutlinger General-Anzeiger

Energie & Umwelt

Kaminöfen heizen dem Winterblues ein

Holz- und Pelletöfen gelten als „die“ alternativen Heizquellen. Ihre ökologischen Vorteile: Holz ist erneuerbar und regional erhältlich.

Doch viele Nutzer haben Fragen zu den ökologischen Risiken

Seit geraumer Zeit häufen sich Fragen rund um Kaminöfen und Co. Umweltbewusstsein und der Wunsch nach Effizienz gehen bei dem Thema Hand in Hand. Wenn Du Dich von Öl und Gas als Brennstoff verabschieden willst, liegt der Gedanke an Holz oder Pellets nahe. Moderne Öfen versprechen heute den gleichen Komfort wie eine Zentralheizung, die mit traditionellen Mitteln befeuert wird. Doch in Zeiten des Klimaschutzes fragst Du Dich zu Recht, ob der Rauch aus Deinem Schornstein nicht schädlich für Luft und Atmosphäre ist.

Diskussion über Luftschadstoffe in Ballungsgebieten

In Stuttgart gibt es seit geraumer Zeit das saisonale Verbot von Komfortöfen. Das sind Öfen, die man als zusätzliche Wärmequelle zur Zentralheizung benutzt. Sie dürfen von Mitte Oktober bis Mitte April an Tagen eines Feinstaubalarms nicht betrieben werden.

Vielleicht verunsichern Dich solche Meldungen. Um für mehr Klarheit zu sorgen, habe ich mich mit einem Fachmann aus der Branche unterhalten. Manfred Iwanek ist Ofenbaumeister in Reutlingen.

CO2-neutral heizen

„Das Thema stellt sich etwas anders dar, als es in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Zur Erläuterung: Seit 2010 müssen alle im Handel erhältlichen Kaminöfen und Kachelöfen der neusten Bundes Immissionsschutzverordnung entsprechen. Sie müssen demnach einen Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent aufweisen, sonst werden sie nicht zugelassen“, so Iwanek, „moderne Kamin- und Kachelöfen heizen immissionsarm und CO2- neutral“.

Vorsicht bei alten Kaminöfen

Das betreffe selbstverständlich auch die Öfen, die als Ergänzung zur Hauptheizung dienen. Problematisch sei die Abgasnorm nur für solche Geräte, die der Verordnung nicht entsprechen, also tatsächlich zu hohe Werte aufweisen. Dabei handelt es sich vor allem um alte Öfen, die vor 2010 eingebaut worden sind. Oder es sind Fabrikate, die sehr alt sind.

Was ist, wenn Du ein älteres Fabrikat hast?

Darin sieht der Reutlinger Ofenbauer kein größeres Problem. „Zunächst sollte man beachten, dass wir das Thema Klimaschutz sehr ernstnehmen. Die Bundes Immissionsschutzverordnung ist ein wichtiges Instrument, um Schadstoffe und den C02-Ausstoß von Feuerungsanlagen deutlich zu minimieren“, betont Manfred Iwanek. Um die Kosten für eine Nachrüstung gering zu halten, gebe es die Möglichkeit, nur die veraltete Heiztechnik in den Öfen auszutauschen. Wichtig sei es jedoch, die gesetzlich vorgegebenen Fristen der Bundes Immissionsverordnung zu beachten.

Nachrüsten im richtigen Zeitfenster

Ein Beispiel: Wenn Du ein Gerät hast, das zwischen 1985 und 1994 hergestellt worden ist, dann solltest Du bis Ende 2020 die Modernisierung in Angriff genommen haben. Produktionsreihen von 1995 bis 2010 müssen bis Ende 2024 die aktuelle Immissionstechnik aufweisen. Alternativ zur Nachrüstung kannst Du natürlich auch in ein neues Gerät investieren.

Kombi-Nutzung für mehr Klimaschutz

Spannend ist, dass die technische Entwicklung von Kamin- und Kachelöfen   Heizmöglichkeiten eröffnet, die viele Nutzer noch nicht im Blick haben. So gibt es mittlerweile Kaminöfen, die auch Dein Brauchwasser erwärmen. Das reicht von kleinen Mengen bis zur Befüllung Deiner Zentralheizung. Du könntest also mit einer Feuerstätte – kombiniert mit einem Pufferspeicher – Dein ganzes Haus erwärmen.
Auch wenn Du den heimeligen Charme einer holzbefeuerten Kochstätte magst, bieten viele Geräte genau diesen Komfort. Auf Koch- und Back-Kaminöfen kannst Du mühelos Pizza, Braten, Suppen und Co. zubereiten.

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