Reutlinger General-Anzeiger
Klimapaket
Fördergelder für den Wechsel: Das Klimapaket will mehr Leute zum Sanieren einladen. Foto: fvshk

Energie & Umwelt

Energiewende für Zuhause

Berlin schafft verbesserte Rahmenbedingungen für Häuslebauer und Sanierer. Dein Beitrag zum Umweltschutz wird noch stärker als bisher gefördert.

Bist Du schon Klima-Aktivist? Manche gehen mit klaren Ansagen auf die Straße. Du vielleicht auch – oder Du machst Dir lieber allein und mit Freunden Gedanken darüber, was man für den Klimaschutz tun kann. Jeder nach seinen Möglichkeiten. Konkrete Handlungsfelder gibt es für alle.

Erdöl ist Heizstoff von gestern

Fangen wir gleich mit einem „brennenden“ Thema an: die Wärme-Erzeugung. Das Verbrennen von Kohle oder Erdöl nimmt, laut Experten, bundesweit den mit Abstand größten Anteil an Treibhausgas-Emissionen (88 Prozent) ein. Für viele Verbraucher scheint Öl weiterhin der komfortabelste Brennstoff, da sie ältere Heizgeräte haben und einen Austausch scheuen. Doch es gibt auch andere Tendenzen:  Steigende Energiepreise und staatliche Förderpakete, die energetisches Sanieren unterstützen, sorgen dafür, dass alternative Heiztechniken zunehmend an Beliebtheit gewinnen.

Bis zu 45 Prozent Kostenerstattung

Auch das Ende 2019 beschlossene Klimapaket der Bundesregierung zielt in diese Stoßrichtung. Es liefert neue Anreize, die umweltbewusstes Heizen finanziell noch interessanter machen. Besser als bislang werden Techniken gefördert, die erneuerbare Energie nutzen. Konkret heißt das: Du bekommst jetzt bis zu 45 Prozent Deiner Kosten erstattet, wenn Du Deine alte Ölheizung gegen ein ökologisch optimales System austauschst. Sollte sich der Trend stabilisieren, wird mit dem Heizungstausch ein effizienter Beitrag zum Klimaschutz möglich. Ein Altkessel, der auf dem Schrott landet, spart, laut Experten, bis zu 2, 7 Tonnen CO2 ein.

Neue KfW-Kreditangebote

Auch wenn Du neu baust, kannst Du dank staatlicher Leistungen eine Menge Geld sparen. Das KfW-Energieeffizienzhaus-Programm fördert mit zinsverbilligten Krediten und Tilgungszuschüssen den Bau und Kauf von selbst genutztem Wohnraum. Je höher der energetische Standard ist, umso höher fällt die Förderung aus. Denn dann steigt der Tilgungs­zuschuss und Du musst weniger zurückzahlen. Ende des vergangenen Jahres hat das Bundeskabinett auch für diese Finanzhilfe verbesserte Konditionen festgezurrt, die seit dem 24. Januar 2020 gültig sind.

Abzahlen leicht gemacht

Die wichtigsten Eckpunkte sind: Dein Tilgungszuschuss erhöht sich damit um zehn Prozent und Dein maximaler Kreditbetrag steigt um 20.000 Euro auf insgesamt 120.000 Euro. Konkret heißt das: Planst Du ein neues Haus mit optimalem Energiestandard, so kannst Du bei einem Kreditvolumen von 120.000 Euro mit 30.000 Euro Tilgungszuschuss rechnen.

Bestandsgebäude inklusive

Anders sieht es aus, wenn Du Dein bestehendes Gebäude zum Turbo-Effizienzheim aufrüsten willst. Hier sind bei 120.000 Euro Darlehen bis zu 48.000 Euro drin. Voraussetzung für die Höchstförderung ist in beiden Fällen, dass Dein Energiekonzept auf höchstem Level ist. Dazu gehört im Normalfall, dass Du eine Kombination aus wirksamen Energiesparmaßnahmen wählst, beispielsweise eine moderne Holz Pelletheizung und eine Solaranlage.

Auch Beratung günstiger

Wichtig sind die staatlichen Förderleitlinien auch für Vermieter. Denn Sie sollten bei einer Neuvermietung ihrer Immobilie einen Energieausweis vorlegen können. Er informiert den künftigen Mieter über die energetischen Standards, die sein Zuhause hat.

Welche Maßnahmen Du realisieren müsstest, um alle Vorteile zu auszuschöpfen, kann Dir am besten ein Energieberater sagen. Er kommt zu Dir nach Hause, schaut sich Deine persönliche Situation an und gibt Dir eine fundierte Einschätzung zu Deinen Möglichkeiten. Für seinen Service kannst Du übrigens auch einen Zuschuss beantragen. Im besten Fall sparst Du 50 Prozent der Honorarkosten bis zu einem Höchstbetrag von 4.000 Euro. Und hast am Ende eine Menge Infos dazu, wie Du mit Deinem künftigen Zuhause auch weiter Kosten sparen kannst.

INFOs kompakt:

Folgende Maßnahmen können Dir helfen, den Standard eines KfW-Effizienzhauses zu erreichen:

•Holzpellet-, Biomasseheizung oder Wärmepumpe

•Solaranlage für Trinkwasser-Erwärmung

•Außenwanddämmung 18 cm

•Dachdämmung 24 cm

•Fenster mit Dreifachverglasung und Spezialrahmen

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