Reutlinger General-Anzeiger
BEG Förderung Energieeffizienz
Das BEG-Programm soll Bauherren den Zugang zu Fördermitteln für energieeffiziente Immobilien erleichtern. | Foto: Marco2811 / stock.adobe

Finanzieren

Mehr Förderung, weniger Stress

Ab 2021 ersetzt die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) Förderprogramme des BAFA und der KfW. Ein benutzerfreundlicher Neustart für ein altbekanntes Projekt.

Was verändert die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)?

Schon seit vielen Jahren unterstützen Bund und Länder den Ausbau der Energieeffizienz im Bausektor mit umfassenden Förderprogrammen. Nur gab es dabei bislang einen großen Haken: Der Antrag auf Förderung war einfach viel zu kompliziert, sodass immer nur ein Teil der bereitgestellten Fördergelder tatsächlich abgerufen wurde.

Schuld daran waren die vielen verschiedenen Finanzierungsbausteine, die das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung stellten. Eigentlich steckte hinter dieser Aufgliederung der Förderprogramme der Wunsch nach mehr Flexibilität: Bauherren sollten die Chance bekommen, nach dem Mix-and-Match-Prinzip ein individuelles Finanzierungskonzept für ihr Projekt zusammenzustellen.

In der Praxis führte das System aber eher zu Verwirrung: Die einzelnen Bausteine ließen sich zwar miteinander kombinieren – aber oft nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Und wer herausfinden wollte, was wie zusammenpasste, musste in mühsamer Kleinstarbeit die Richtlinien für die einzelnen Teilfinanzierungen miteinander vergleichen. Ohne lange Vorbereitung und sachkundige Beratung war das kaum zu schaffen.

Mit der BEG wollen Bund und Länder nun den Zugang zu den Fördermitteln für energieeffizientes Bauen und Sanieren vereinfachen: Durch ein einheitliches Förderprogramm, das es Bauherren errmöglicht, die Finanzierungform für ihr Projekt selbst zu wählen.

Um den Überblick über die Förderbausteine von BAFA und KfW zu behalten, war viel Geduld erforderlich. Das BEG-Programm vereinfacht nun den Antrag. | Foto: stevepb / Pixabay

Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick

Das BEG fördert drei Arten von Bauprojekten:

  1. Neubau von Niedrigenergiehäusern
  2. Maßnahmenpakete zur energetischen Sanierung am Altbau
  3. Einzelne Baumaßnahmen, die zur Verbesserung der Energieeffizienz an Neu- oder Altbauten beitragen

Im Vergleich zu den Vorgängerprogrammen verändern sich dabei drei zentrale Aspekte. Erstens wurden die Fördersummen deutlich erhöht, zweitens können alle BEG -Anträge auch online gestellt werden – und drittens können Bauherren jetzt unabhängig vom Projekttyp zwischen einem direkten Investitionszuschuss und einem zinsgünstigen Förderkredit wählen.

BAFA oder KfW: Wer ist für welche Förderung zuständig?

Die alten Förderprogramme, mit denen BAFA und KfW bisher den Neubau von Energieeffizienzhäusern sowie die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien unterstützt haben, sind 2021 ausgelaufen. An ihre Stelle tritt die BEG-Förderung – die allerdings von BAFA und KfW umgesetzt wird.

Genau hier müssen Bauherren bis Ende 2022 ein bisschen genauer hinschauen, denn während der Übergangsphase sind die beiden Institutionen für verschiedene Projekttypen und Finanzierungsformen zuständig. Das BAFA gewährt Zuschüsse für einzelne Sanierungsmaßnahmen, wohingegen die KfW einerseits Förderkredite für einzelne Maßnahmen, andererseits aber auch Kredite oder Direktzuschüsse für vollständige Projektpakete für Neubau und Altbausanierung anbietet.

Wie geht es weiter?

Die Einführung des BEG-Programms hat im Januar 2021 begonnen, aber die Übergangsphase, in der BAFA und KfW die Zuständigkeitsbereiche neu unter sich aufteilen, wird voraussichtlich noch bis Ende 2022 dauern. Nach aktuellem Plan soll danach eine klare Trennung herrschen: Das BAFA soll ab 2023 nur noch direkte Investitionszuschüsse und die KfW ausschließlich Förderkredite vergeben.

Das bedeutet, dass Bauherren im Moment noch darauf achten müssen, wer für ihren Projekttyp zuständig ist. Aber spätestens ab 2023 gilt: Wenn Du weißt, ob Du lieber einen Direktzuschuss oder einen zinsgünstigen Förderkredit möchtest, kannst Du Dich ganz einfach an die für diese Finanzierungsform zuständige Stelle wenden.

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