Reutlinger General-Anzeiger
Provision
Beim Immobilienkauf empfiehlt es sich, die Makler-Provision im Auge zu behalten. Einen Teil davon zahlt auch der Verkäufer! Foto: Calado/stock.adobe.com

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Wer bezahlt den Immobilienmakler?

Das neue Recht auf Gleichverteilung der Maklerkosten erlaubt Dir einen kritischen Blick auf die Rechnung. Denn: Der Käufer muss einen Teil der Provision zahlen!

Ein professioneller Makler kann sowohl den Kauf als auch den Verkauf einer Immobilie deutlich beschleunigen, doch eine hochwertige Dienstleistung hat auch ihren Preis. Das neue „Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäusern“ gibt Käufern das Recht, bei Inrechnungstellung der Provision genauer nachzufragen – und darauf zu bestehen, dass auch der Verkäufer einen angemessenen Anteil übernimmt.

Wie setzen sich die Provision zusammen?

Makler dienen als Vermittler im Immobiliengeschäft: Sie bringen verkaufswillige Eigentümer mit passenden Käufern zusammen und helfen ihnen dabei, einen Konsens zu finden. Im Erfolgsfall erhalten sie dafür die sogenannte Courtage – eine Provision, die sich prozentual aus dem Wert der mit ihrer Hilfe verkauften Immobilie errechnet. Je nach Standort und Ausstattung der Immobilie kann diese Maklercourtage zwischen drei und zehn Prozent des Verkaufspreises betragen.

Seit Dezember 2020 ist gesetzlich geregelt, wer wie viel bezahlt. Foto: Butch / stock.adobe.com

Zwar kann grundsätzlich auch eine Vertragspartei diese Kosten allein übernehmen, aber in den meisten Fällen teilen sich Verkäufer und Käufer die Courtage. Und genau hier wird es für Käufer spannend, denn während Makler früher frei entscheiden konnten, wie sie ihre Provision auf die Vertragsparteien verteilen, ist seit Dezember 2020 gesetzlich geregelt, wer wie viel bezahlt.

Gleiche Provision für alle: Das neue Recht der Käufer

In dem Angebot, das Immobilienmakler für den Verkauf einer Immobilie erstellen, ist zumeist nur ein Anteil der Courtage aufgeführt: Die sogenannte Außenprovision, die der Käufer begleicht. Die Innenprovision hingegen – also der Anteil an den Maklerkosten, die der Verkäufer bezahlt – wird  separat ausgewiesen und bleibt somit für die Käufer unsichtbar. Das ermöglichte es Verkäufern, die Maklerkosten großeils oder sogar vollständig auf die Käufer umzulegen.

Bei Unklarheiten Rechnung prüfen

Das neue Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser setzt genau hier an – mit Verbindlichkeit und Kostentransparenz. Seit Dezember 2020 ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Käufer höchstens die Hälfte der Courtage übernehmen müssen – unabhängig davon, wer den Makler beauftragt hat. Um dieses Recht durchzusetzen, dürfen sie außerdem nach handfesten Beweisen verlangen: Im Verdachtsfall dürfen Käufer mit dem Bezahlen ihres Anteils so lange warten, bis der Makler ihnen die bereits beglichene Rechnung des Verkäufers vorgelegt und damit die faire Kostenverteilung nachgewiesen hat.

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