Reutlinger General-Anzeiger
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Sanieren & Steuern sparen

Bis 2029 kannst Du beim Modernisieren Deiner vier Wände kräftig vom Staat profitieren. Das Steuersparprogramm zielt auf mehr Energieeffizienz ab.

Das verändert der neue §35c Einkommensteuergesetz

Im Dezember 2019 trat der neue § 35c Einkommensteuergesetz (EStG) in Kraft. Er macht die energetische Sanierung am Altbau zu einem gleich doppelt attraktiven Projekt: Zum einen sparen Eigentümer durch den reduzierten Energieverbrauch bei den Nebenkosten – und zum anderen können sie die Sanierungsmaßnahmen jetzt auch von der Einkommensteuer absetzen. Da das Förderprogramm schon 2029 wieder enden soll und die Abschreibung über drei Jahre gestaffelt wird, lohnt es sich allerdings, frühzeitig mit der Planung zu beginnen.

Was genau ist absetzbar?

Förderfähig nach §35c EStG sind alle von einem qualifizierten Fachbetrieb durchgeführten Sanierungsmaßnahmen, die den Energieverbrauch eines Altbaus so weit senken, dass er einen gesetzlich vorgegebenen Wärmedurchlasskoeffizienten erreicht. Darunter fallen u.a.

  • Einbau oder Austausch von Wärmedämmung an Dach, Geschossdecken oder Wänden
  • Modernisierung von Fenstern oder Außentüren
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • Erneuerung oder Optimierung einer Heizungsanlage
  • Einbau von Smart-Home-Technologie, die den Energieverbrauch senkt

Aber Vorsicht: Der neue §35 EStG gilt ausschließlich für die Sanierung von Wohnimmobilien, die älter als zehn Jahre sind und auch vom Eigentümer selbst bewohnt werden. Außerdem dürfen die nach §35 EStG abgesetzten Sanierungsarbeiten nicht zusätzlich nach § 35a EStG steuerlich geltend gemacht werden. Welche Form der Abschreibung sich für welche Baumaßnahmen eher rentiert, sollten Eigentümer daher am besten im Vorfeld der Sanierung auch mit ihrem Steuerberater besprechen.

Wie viel kann insgesamt abgesetzt werden?

Pro Sanierungsmaßnahme können Eigentümer bis zu 20 Prozent der Kosten steuerlich geltend machen. Allerdings gibt es dabei eine fixe Obergrenze von 40.000 Euro pro Gebäude – und auch die dürfen nicht auf einen Schlag abgesetzt werden. Stattdessen werden die Kosten über drei Jahre gestaffelt in die Steuererklärung aufgenommen: Im ersten und zweiten Jahr jeweils sieben Prozent der Sanierungskosten, im dritten Jahr dann nur noch sechs – denn damit sind die 20 Prozent voll. Umgerechnet auf die Obergrenze von 40.000 Euro bedeutet das, dass in den ersten zwei Jahren maximal 14.000 Euro und im dritten Jahr bis zu 12.000 Euro abgesetzt werden können.

Wie lange läuft das Förderprogramm?

Das Programm zur Förderung der Energieeffizienz von Altbauten, das hinter §35 c EStG steckt, ist auf zehn Jahre angelegt und endet am 31. Dezember 2029. Alle Sanierungsarbeiten, die bis zu diesem Stichtag abgeschlossen sind, dürfen steuerlich geltend gemacht werden.

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