Reutlinger General-Anzeiger
Terrassendach
Terrassenüberdachungen aus Holz punkten mit Individualität und Natürlichkeit. Foto: Slavun / stock.adobe.com

Garten

Sommerprojekt Terrassendach

Möchtest Du auch bei Regen und starker Sonne Deinen Garten genießen? Dann ist ein Terrassendach eine gute Idee. Hier alles Wichtige für Deine Planung.

Mit einem Terrassendach kannst Du die Freiluftsaison um einige Wochen vorziehen: Regen, Wind und übermäßige Sonneneinstrahlung bleiben außen vor. Wenn Du mit einer Überdachung liebäugelst, wird Dich zuerst die Frage beschäftigen, welches Modell für Dich geeignet ist. Weitere Aspekte sind aber auch: Welche Materialien garantieren Dir einen effizienten Sonnenschutz? Wie aufwendig ist die Montage?

Anke hat sich für Dich schlau gemacht und die wichtigsten Fragen rund ums Terrassendach beantwortet.

Die Terrassendach-Basics: Welche Ausführungen gibt’s?

Im Prinzip hast Du sowohl bei der Konstruktion als auch beim Material eine Reihe von Möglichkeiten. Die gängigsten Baumaterialien sind Holz und Aluminium. Manche Überdachungen sind geschlossen konzipiert, die meisten aber offen und luftig. Sehr beliebt, pflegeleicht und langlebig sind Varianten mit Aluminiumtragewerk und transparenter Glaseindeckung – sie verbinden einen modernen, cleanen Look mit maximalem Komfort.

Welches Material eignet sich am besten für ein Terrassendach?

Für transparente Glasüberdachungen muss Sicherheitsglas verwendet werden. Das ist zwar auch nicht unzerstörbar, aber eben bruchsicher – was bedeutet, dass es auf Deiner Terrasse keine Scherben regnet, selbst wenn das Glas je zerbrechen sollte. Und bis das passiert, braucht es auch einen ganz schön heftigen Sturm. Aber in Anbetracht der Unwetter, die in den vergangenen Sommern über unsere Häuser weggezogen sind, gilt: Je sicherer, desto besser!

Die Unterkonstruktion eines Terrassendachs sollte indes aus wetterfestem Material bestehen. Bei Aluminium weist eine Pulverbeschichtung darauf hin, dass das Metall gut gegen Wind und Wetter geschützt ist.

Auch Holz eignet sich gut und punktet durch sein natürliches Äußeres und seine Wohnlichkeit. Besonders beliebt für den Außenbereich sind dabei Fichten-, Lärchen-, Douglasien- oder Kiefernholz. Lärche zeichnet sich durch eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Pilzbefall aus. Auch Douglasie und Kiefer sind sehr robuste Hölzer. Grundsätzlich solltest Du darauf achten, dass Deine Konstruktion keiner Staunässe ausgesetzt ist, denn verrottende Stützbalken können ein echtes Sicherheitsrisiko darstellen.

Terrasse
Terrassenüberdachungen und natürlich auch Wintergärten werden sehr oft mit Metalltragewerk und bruchsicherem Glas ausgeführt. Foto: Patrick Turban / pixabay.com

Den Sonnenschutz mit einplanen

Auch das Thema Sonne wird Dich bei der Wahl Deines Terrassendachs beschäftigen. Für den Fall, dass Du ein transparentes Dach bevorzugst, empfiehlt sich ein zusätzlicher Sonnenschutz. Speziell für diese Verwendung gefertigte Markisen können sowohl unter dem Dach als auch darüber montiert werden.

Wichtig ist, dass die Markise am Terrassendach automatisch aus- und einfahrbar ist, damit Du flexibel mit einem Knopfdruck auf die Strahlungsintensität reagieren kannst. Unterseitig montierte Markisen sind gut gegen Witterungseinflüsse geschützt und halten daher sehr lange. Achte aber darauf, dass Du ein hochwertiges Markisentuch wählst: Es sollte sich durch hohe UV-Beständigkeit, Farbechtheit und – wenn es draußen zum Einsatz kommt – wetterfeste Imprägnierung auszeichnen.

Terrassendach gegen Regen und Schnee wappnen

Um für Regengüsse gerüstet zu sein, sollte Dein Terrassendach in einem bestimmten Neigungswinkel montiert werden. So kann das Wasser bequem ablaufen. Alternativ kann auch ein separater Regenablauf das überschüssige Wasser abführen. Schnee ist vor allem wegen seines Gewichts ein Problem. Die Stabilität Deiner Dachkonstruktion muss auf die in Deiner Region übliche Schneelast ausgerichtet sein.

Montage? Lieber vom Profi!

Für Selbermacher ist der Bau eines Terrassendachs sicher ein tolles Projekt. Jedoch solltest Du bedenken, dass es dabei ein paar Dinge zu erledigen gibt, die sie sich direkt auf Deine Sicherheit und die Sicherheit Deiner Gäste auswirken können. Und die sollte wirklich besser ein Fachmann übernehmen.

Terrassendächer werden im Normalfall an der Hauswand montiert. Im vorderen Bereich erhalten sie zwei Stützpfeiler, die zur besseren Stabilisierung auch im Boden verankert werden können. Komplexer ist die Montage bei gedämmten Häusern. Durch die Bohrlöcher für die Befestigung kann die Dämmung beschädigt werden, was wiederum Feuchtigkeitsschäden zur Folge haben kann.  Auch der Neigungswinkel und die Tragfähigkeit erfordern fachliches Knowhow, da Du bei unsachgemäßer Ausführung Wasser- und Bruchschäden riskierst. 

Baugenehmigung: ja oder nein?

Fakt ist: Deine Überdachung ist eine bauliche Konstruktion. Daher solltest Du Dich auf jeden Fall bei Deinem örtlichen Bauamt erkundigen, ob Du eine Baugenehmigung benötigst. Größe und Material können unter Umständen vom Baurecht Deiner Gemeinde vorgeschrieben sein. Eine Erkundigung lohnt sich auf jeden Fall, da Du beim Verstoß gegen die Gesetzeslage mit einer Bußgeldzahlung rechnen musst. Oder Du wirst sogar aufgefordert, Dein Terrassendach wieder zurückzubauen.

Ankes Tipp

Fällt Deine Wahl auf ein geschlossenes Terrassendach, solltest Du beachten, dass der angrenzende Raum etwas dunkler wird. Da das neue Dach dauerhaft den Bereich vor den Fenstern beschattet, verringert sich die einfallende Lichtmenge. Mehr Infos zum Terrassendach-Bau findest Du hier.

Jetzt weiterlesen
Auch interessant
vertical_gardening

Terrasse & Balkon

DIY: Hängende Gärten

Pflanzen im Hochformat: In diesem Artikel zeigen wir Dir, wie Du aus Holzleisten und einem Stück Regenrinne ein DIY-Wandregal für Deine Kräuter baust.

Bauen

Ankes Sonnenschutz-Check

Rollladen, Jalousie oder Raffstore – welcher Sonnenschutz passt zu Dir? Lies hier, welche Vorteile und Schwachstellen die verschiedenen Lösungen haben.
LED

Einrichten

Leuchtende Birke

Schöne Außenleuchten sind teuer. Dieser Satz stimmt so lange, bis Du Dich selbst ans Werk machst: Lies, wie Du Birkenholzscheiben zum Strahlen bringst.
GEA Publishing Reutlinger Wochenblatt
© GEA Publishing und Media Services GmbH + Co KG 2022