Reutlinger General-Anzeiger

Januar 2020

Die Kosten im Blick

Ein Finanzierungsplan gibt Bauherren Sicherheit.

Bauen wird meist teurer als gedacht. Es sind nicht nur Extrawünsche der Bauherren wie die teuren Fliesen im Bad oder die hochwertige Küche, die zusätzlich zu Buche schlagen. Mangelhafte Arbeiten auf der Baustelle oder die Insolvenz des mit dem Bauvorhaben beauftragten Unternehmens können jedes Vorhaben ins Wanken bringen. „Ist dann die Baufinanzierung nicht großzügig genug angesetzt, droht eine Finanzierungslücke“, warnt Rechtsanwalt Philip Pürthner, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht im Deutschen Anwaltverein.

Oft ist zum Beispiel das Baugrundgutachten nicht Bestandteil des Bauvertrages. Aber es ist notwendig, denn ein Keller lässt sich erst seriös planen und kalkulieren, wenn der Baugrund bekannt ist. Und ein schwieriger Baugrund kann den Keller um bis zu 40 000 Euro verteuern, im Extremfall sogar noch mehr.

Eine Kostenfalle können auch Bereitstellungszinsen sein. „Wer selbst baut oder bauen lässt, kann zu Beginn nur schwer einschätzen, ob die Arbeiten wie geplant verlaufen und wann Teilbeträge des Baudarlehens tatsächlich gebraucht werden“, sagt Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbunds.

Um böse Überraschungen schon im Vorfeld weitgehend auszuschließen, empfiehlt Philip Pürthner, einen Baufinanzierungsplan aufzustellen, der die Gesamtkosten des Bauvorhabens aufschlüsselt. Hierunter fallen die Anschaffungskosten für den Erwerb des Grundstückes, die Herstellungskosten von den Bau- über die Rohbau- bis hin zu den Ausbauarbeiten, aber auch die Baunebenkosten. Nicht selten machen die Baunebenkosten 20 Prozent des Gesamtbetrages aus – ein entscheidender Kostenfaktor, so Pürthner. (dpa)

Quelle: dpa

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