Reutlinger General-Anzeiger

Dezember 2019

Früher schon an später denken

Auch künftige Erweiterungen sollten bei der Bauplanung schon bedacht werden.

Wer sich den Traum vom Eigenheim verwirklicht, sollte die Zukunft im Blick haben. Viele künftige Entwicklungen lassen sich zwar noch nicht absehen. Aber schon heute können Bauherren für die nächsten 20 Jahre mitdenken. Das sagt Alexander Lyssoudis, Vorstandsmitglied der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, im Interview.

Frage: Was sollte ein Bauherr auf jeden Fall jetzt einplanen, wenn er künftig noch einen Bau auf der Höhe der Zeit haben möchte?

Antwort: Vor allem geht es dabei um energetische Themen. Man sollte Vorkehrungen treffen, dass man alternative Energiesysteme in sein Gebäude integrieren kann. Dazu zählen die Stromerzeugung etwa über die Sonne, aber auch Heizmöglichkeiten über Nahwärmeversorgungsnetze. Die zukünftige Stromversorgung wird vermutlich auf kleinen dezentralen Energiezentren oder Lieferanten fußen, die regenerativen Strom erzeugen und ins Netz einspeisen. Oder wir erzeugen Strom selbst vor Ort.

Frage: Wie sieht das konkret in meinem Haus aus?

Antwort: Wenn man solche Anlagen nicht sowieso jetzt schon einbaut, sollte man auf jeden Fall Leitungen bereithalten, um solche Systeme nachrüsten zu können. Denn die Integrationsmöglichkeit trifft irgendwann auf die Frage: Wie viel kostet es mich, das Heizsystem im Haus so umzubauen, dass regenerative Energien Teil dessen sind?

Mein Rat allgemein: Alle Vorkehrungen, die dazu führen, dass es eines Tages leichter wird, Systeme zu integrieren, sollte ich während des Neubaus schon treffen. Es ist sinnvoll Leitungen einzuplanen, die jetzt zwar unnütz im Kamin oder einem Steigschacht liegen, denn das nachträgliche Einbauen kostet viel Energie, Zeit und Nerven.

Aber: So ein Heizsystem heute auf regenerative Energien vorzubereiten, heißt nicht nur, Anschlussmöglichkeiten zu bieten. Es heißt auch, es entsprechend zu konzipieren. Ein Beispiel: Ein Heizkörper arbeitet mit höheren Vorlauftemperaturen. Er ist daher weniger geeignet für regenerative Energien, da sie sich dadurch auszeichnen, dass sie eher geringe Temperaturen aufbringen. Hier macht es Sinn, sich heute für eine Fußbodenheizung statt Heizkörper zu entscheiden, um für die mögliche Entwicklung gewappnet zu sein.

Quelle: dpa

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