Reutlinger General-Anzeiger
Wände-Streichen
Foto: adobestock.com

Renovieren

Richtig streichen

Lust auf einen neuen Look für Deine Wohnung? Kein Problem. Mit der richtigen Vorbereitung und der passenden Wandfarbe veränderst Du im Nu Dein Ambiente.

Im Moment verbringen alle wieder viel Zeit zuhause. Vielleicht hast Du gerade jetzt Lust, Deine Wohnung farblich aufzupeppen? Eigentlich eine prima Idee für ein lausiges Novemberwochenende. Oder? Zumal Wände-Streichen gar nicht so schwer ist. Hier ein paar der Basics, die Dir bei der Praxis helfen.

Wände-Streichen: Schritt 1

Ohne gute Vorbereitung gelingen die wenigsten Projekte. Das kennen wir vom Tortenbacken genauso wie vom Fahrradreparieren. Tatsächlich zeigt die Erfahrung, dass es meist ziemlich lang dauert, bis man den Raum hergerichtet hat. Bevor Du den Pinsel in die Farbe tauchst, muss nämlich alles, was KEINE Farbe abbekommen soll, geschützt werden. Das heißt: Malerflies ausrollen, um den Boden abzudecken. Und dann mit Malerkrepp alle hervorstehenden Objekte und Kanten abkleben. Steckdosen, Lichtschalter, Tür-und Fensterrahmen, Sockelleisten – alles wird mit dem ultrapraktischen Klebestreifen beklebt. Deine Fensterbänke schützt Du beim Wände-Streichen am einfachsten, wenn Du ein, zwei Streifen von alten Zeitungen darauf klebst. Vielleicht stehen auch noch Möbelstücke im Raum. Dann diese großzügig mit Malerfolie abdecken.

Wände-Streichen: Schritt 2

Wenn Du mit allem fertig bist, kannst Du Deinen Farbeimer aufmachen. Aber Achtung: Zuerst musst Du kräftig rühren, um die Bestandteile der Farbe homogen zu mischen. Das dauert meist ein paar Minuten. Gut ist es, wenn Du keine transparente Flüssigkeit mehr auf der Farbmasse siehst. Wenn Du einen Rührstab für elektrische Bohrmaschinen nimmst, sparst Du Zeit und Kraft. Es geht aber auch prima mit einem alten Kochlöffel.

Jetzt kommt der Flachpinsel zum Einsatz. Mit ihm streichst Du zunächst alle Ecken und die Kanten zur Decke und zum Boden hin. Außerdem die Zonen rund um Steckdosen und Lichtschalter. Denn mit Deiner Farbrolle wirst Du diese Bereiche definitiv nicht erreichen.

Mit dem Abstreichgitter sorgst Du dafür, dass Deine Farbe gleichmäßig auf der Rolle verteilt wird. Foto: pixabay

Nach dem Vorstreichen: Schritt 3

Sobald Du mit Vorstreichen fertig bist, kannst Du endlich die Wände farbig streichen. Dazu nimmst Du Deine Farbrolle, die Du satt in die Farbe tauchst und anschließend am Farbgitter abstreichst. Das ist notwendig, weil sich die Farbe beim Eintauchen nicht gleichmäßig auf der Rolle verteilt. Gestrichen wird nass in nass. Damit vermeidest Du unschöne Ränder und Streifen. Du führst Deine Rolle mit gleichbleibendem Druck mehrmals von oben nach unten über die gedachte Bahn.

Wichtig ist es, mit der Farbrolle nass in nass mit gleichbleibendem Druck mehrmals über die Bahnzu rollen. Foto: pixabay

Vorsicht bei Decke und Boden. Da Du beim Vorstreichen hier schon Farbbänder gesetzt hast, streichst Du am besten nur in diese hinein. Besser nicht ganz bis zur Kante streichen, da Du sonst Boden und Decke mit der Rolle berühren könntest. Auf die Art kannst Du Dein Zimmer in recht kurzer Zeit fertigstreichen. Ein Tipp zum Decke-Streichen: Wenn Du mit einer Leiter und einer Teleskopstange arbeitest, geht das relativ einfach und schnell. Außerdem schonst Du Deine Arme!

Nacharbeit: Schritt 4

Nach dem Streichen solltest Du Rollen und Pinsel sofort mit Wasser auswaschen. Das gilt für wasserlösliche Farben genauso wie für Akrylfarben. Am besten, Du reibst die Pinselborsten kräftig unter  fließendem Wasser, bis keine Farbe mehr herausläuft. Genauso verfährst Du mit der Rolle, die Du am Ende kräftig ausdrücken solltest. Alle Arbeitsgeräte solltest Du gut an der Luft trocknen lassen.

Dein Equipment

Deine Wunschfarbe Hast Du schon? Dann brauchst Du noch folgende Materialien:

  • Kochlöffel, Holzstab oder ein Rührstab zum Einspannen in die Bohrmaschine. Egal, was Du davon nimmst, es sollte einen langen Stiel haben, da Du die Farbe bis zu Gefäßboden gut durchrühren solltest.
  • Rollen und Pinsel: Klar ist eine große Farbrolle ein absolutes Muss beim Wände-Streichen. Würdest Du es mit einem Pinsel versuchen, würde Dir wahrscheinlich nach zwei Quadratmetern der Spaß verloren gehen: viel zu mühselig! Trotzdem solltest Du nicht auf einen Flachpinsel verzichten. Denn den brauchst Du für Ecken, Kanten und Übergänge, in die eine Farbrolle nicht hineinkommt. Manche schwören auch auf schmale Farbrollen für Bereiche, wo man wenig Platz hat.
  • Wenn Du auch die Decke streichen möchtest, solltest Du erwägen, eine Teleskopstange zu besorgen. Du befestigst Deine Farbrolle daran und kannst so die Decke erreichen. Noch leichter geht’s, wenn Du Dir eine Leiter besorgst und von da aus loslegst.
  • Ein großer Eimer zum Anrühren der Farbe. Zusätzlich benötigst Du ein Abstreichgitter, das Du vor dem Streichen in den Eimer einhängst. Denn hiermit entfernst Du überschüssige Farbe, die an Deiner Rolle haftet. Ebenfalls geeignet sind spezielle Farbschalen, in denen Du Deine Rolle einfärbst und dann abstreifst. Sie haben den Vorteil, dass Deine Rolle von vornherein nicht zu viel Farbe aufnimmt.
  • Mehrere Abdeckplanen aus Folie für Deine Möbel. Denn falls Du sie nicht aus dem Zimmer hinausräumen möchtest, solltest Du sie vor Farbspritzern schützen. Die lassen sich, sobald sie getrocknet sind, leider nicht mehr so leicht entfernen.
  • Malerflies oder weitere Abdeckplanen für den Boden. Hier gilt das Gleiche wie für die Möbel: Besser nicht ungewollt mitstreichen!
  • Abklebeband für Fenster- und Türrahmen, Steckdosen, Lichtschalter und Fensterbänke. Mit dem speziellen, leicht entfernbaren Malerkrepp-Band müsstest Du alle hervorstehenden Kanten abkleben, da man sie beim Streichen leicht übersehen kann.
  • Wenn Du versehentlich doch Farbspritzer auf empfindliche  Flächen verteilt hast, kannst Du sie für kurze Zeit noch gut abwischen. Dafür unbedingt einen Eimer mit handwarmem Wasser und einem alten Lappen bereitstellen.
Eine Farbschale hat den Vorteil, dass Du besser steuern kannst, wie viel Farbe Deine Rolle aufnimmt. Foto: pixabay
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