Reutlinger General-Anzeiger
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Wohnen

Downsizing im Tiny House

Tiny Houses und Minihäuser stehen für eine eigene Wohnphilosophie: das Downsizing. Kleiner und dafür nachhaltiger leben heißt das Credo.

Höher, breiter, länger – wer ich bin, sieht man schon an der Größe meiner Besitztümer. Ein prächtiges Haus zeugt von meinem Erfolg und Wohlstand. Doch das sieht heute mancher anders! Die  Gegenposition zum „bigger is better“- heißt klein und klimaschonend leben. Und das geht am besten in einem Tiny House oder Minihaus.

Leute, die sich für kleine Wohnformen entscheiden, haben andere Ziele im Kopf, als Statussymbole zu bauen. Ressourcensparen, komfortabel und clever wohnen – wer beim Downsizing mitmacht, hat Spaß am Gestalten.

Downsizing – was ist das?

„Think smaller“ heißt der Leitgedanke, der das amerikanische Tiny House Movement seit seinen Anfängen beflügelt hat. 1997 schrieb die englische Architektin Sarah Susanka ihr Buch „The Not So Big House – A Blueprint For the Way We Really Live„ und propagierte darin die Abkehr von großen Wohndimensionen. Ihre Idee: Wir können sehr viel begrenzter wohnen als bisher. Und dafür umso mehr mit cleveren Einrichtungsideen unseren persönlichen Stil ausleben. Susan Susanka: „Die Quadratmeterzahl hat fast nichts mit Deinem Gefühl von Zuhause-Sein zu tun“.

Woher kommt der Minihaus-Trend?

Irgendwie traf Susanka damit einen Nerv: Denn die Idee vom wohnlichen Downsizings stieß auf ein breites Echo in Großstädten wie Barcelona und Tokyo. Dann entwickelte die amerikanische Designerin Marianne Cusato 2005 das erste Serienprodukt – die Katrina Cottages: Winzige Häuschen, die zunächst vor allem den Opfern des Hurricane Katrina zu einem neuen Zuhause verhalfen. Ähnlich praktischen Nutzen hatten die ersten Minihäuser für die Leidtragenden der Weltfinanzkrise 2007.

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Architektin Sarah Susanka gilt als Vorreiterin der Tiny House Bewegung. Sie hat die Idee vom “Not So Big House” erfunden.

Warum im Tiny House wohnen?

In Deutschland sind Trendscouts vor rund zehn Jahren auf die ersten Minihäuser gestoßen. Seither erobert sich die Tiny House Bewegung einen soliden Platz unter den beliebtesten deutschen Wohntrends. Es gibt mittlerweile rund 30 Hersteller, die sich auf Tiny Houses spezialisiert haben. Wer hier im Kompaktformat wohnt, hat meist ökologische Gründe. Den eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten ist das zentrale Ziel. Und dabei zu einem simpleren, ursprünglicheren Leben zurückkehren.

Wie spare ich Ressourcen?

Das, was Du wirklich brauchst, ist nicht viel, finden Tiny House und Minihaus-Bewohner. Denn übermäßiger Konsum und Ressourcenverschwendung lassen sich allein durchs wohnliche Downsizing vermeiden: Wer wenig Platz hat, kann nicht so viel kaufen und verbraucht außerdem weniger Energie.

Tiny House – was sind die Schwierigkeiten?

Doch anders als in den USA lässt die kleine architektonische Revolution in Deutschland noch auf sich warten. Ein Grund dafür dürften die deutlich strengeren Richtlinien im Bau- und Nutzungsrecht sein. Weil es hier enge Vorgaben zur Statik, zum Verkehrsrecht und zur Wärmedämmung gibt, gilt es bislang noch als schwierig, ein Tiny House aufzustellen. Welche Voraussetzungen Du beachten solltest, wenn Du Dich für  Tiny Houses interessierst, erfährst Du in meiner Tiny House & Downsizing-Serie. Außerdem gibt’s hier Infos zu Herstellern und Vertreibern von Tiny Houses und Minihäusern.

Foto: Christoph Lang/GoTiny

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